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Lieblingsbücher für alle Fälle

Monat: August 2016

Die 5 lesenswertesten Jugendbücher

Die jüngsten Ereignisse im japanischen Kernkraftwerk Fukushima haben die Debatte um die Nutzung von Atomkraft neu angefacht und zu zahlreichen politischen Kontroversen geführt. Was wäre, wenn es zu einem Super-GAU in einem deutschen Atomkraftwerk kommen würde? Diese Frage stellt sich die renommierte Jugendbuchautorin Gudrun Pausewang in ihrem 1987 erschienenen Roman „Die Welle“. Die Autorin entwirft das fiktive Szenario eines Atomunfalls im deutschen Kraftwerk Grafenrheinfeld und stellt sich den Fragen der Auswirkungen anhand der Geschichte der 14jährigen Janna-Berta, die sich ohne elterlichen Schutz dem Grauen dieser Katastrophe stellen muss. Pausewang entwirft in ebenso eindringlichen wie realistischen Bildern die Ohnmacht des Einzelnen gegenüber der Katastrophe und weckt intensiv mit aufklärerischem Impetus das Bewusstsein für die Gefährdung durch Atomstrom.

Das Erwachsenwerden ist geprägt von Orientierungslosigkeit und Anpassungsschwierigkeiten. Diesen zeitlosen Erscheinungen einer komplizierten Entwicklungsstufe widmet sich Andreas Steinhöfel in seinem 1998 erschienenen Jugendroman „Die Mitte der Welt“. Protagonist ist der 17jährige Phil, der sich mit einer erwachenden Homosexualität, einer extrovertierten Mutter und einer ablehnenden lokalen Umgebung konfrontiert sieht. Feinfühlig erzählt Steinhöfel in ebenso einfühlsamen wie poetischen Worten von der Welt seines Helden, ohne zu tabuisieren und sorgt mit diesem intensiven Einfühlungsvermögen für ein hohes Identifikationspotential.

Verschiedenste Erzählerfiguren und Erzählhaltungen wurden im Laufe der Jahre von Schriftstellern bemüht, um ihren Gedanken Ausdruck zu verleihen, doch selten trat eine Erzählerfigur auf den Plan, wie sie in den Seiten des Jugendromans “Die Bücherdiebin” zum Leben erweckt wird. Markus Zusak lässt in seinem 2005 erschienenen Buch den Tod zu Wort kommen, und dieser Kunstgriff scheint besonders passend hinsichtlich der Zeit, in der Zusaks Geschichte angesiedelt ist: Sie spielt zwischen den Trümmern des Zweiten Weltkriegs und erzählt in anrührenden Worten die Erlebnisse der kleinen Bücherliebhaberin Liesel, die sich in ihrer Welt aus gedruckten Lettern konfrontiert sieht mit den Schrecken der Geschichtskatastrophe.

“Die Welle”, ein 1981 erschienener Roman von Morton Rhue, hat auch heute nichts von ihrer Aktualität und Wichtigkeit verloren. Das Jugendbuch schildert, basierend auf tatsächlichen Ereignissen, das Experiment eines amerikanischen High School-Lehrers, der seiner Klasse demonstrieren will, dass es jederzeit wieder zu einer Mentalität wie derjenigen des Dritten Reiches kommen kann. Ebenso kurz wie prägnant schildert das Buch die Ereignisse vom Beginn des Experiments bis hin zum vollkommenen Kontrollverlust der Schüler, die vollkommen in ihrer Bewegung aufgehen und auf diese Weise eindringlich vor Augen geführt bekommen, dass Terror und Diktatur eine stetige Gefährdung der menschlichen Freiheit darstellen.

Ein schillernder Exot in der Welt der Jugendbücher ist Walter Moers, dessen mittlerweile fünf Zamonien-Romane ihre Protagonisten auf abenteuerliche Reisen im fiktiven Kontinent Zamonien schicken. Ein Feuerwerk an skurrilen Einfällen ist der 2004 erschienene Roman “Die Stadt der Träumenden Bücher”, in dem der dichtende Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz sich in die Antiquariatsstadt Buchhaim begibt, um den Verfasser eines geheimnisvollen Manuskripts zu finden. Spannend bis zur letzten Sekunde, von ebenso grotesken wie liebenswerten Wesen bewohnt, ist Moers’ Bücherstadt eine einzigartige Liebeserklärung ans Lesen und an die Literatur.

Die 5 besten Autoren für Jugendbücher

Jugendbücher gibt es viele. Welche gehören jedoch zu den Besten? Dass das zu einem großen Teil Geschmacksache ist, ist selbstverständlich. Je mehr unterschiedliche Bücher Jugendliche lesen, desto leichter fällt es ihnen, einen eigenen Literaturgeschmack zu entwickeln. Sie selbst sind die besten Kritiker. Einige Autorinnen und Autoren sollten auf den Leselisten jedoch nicht fehlen.

Astrid Lindgren
Zu ihnen gehört auf jeden Fall die schwedische Autorin Astrid Lindgren (1907-2002). Die Liste der Preise und Auszeichnungen, die Astrid Lindgren für ihre Werke erhalten hat, ist lang. Ihren Platz in der Literaturgeschichte hat sie für immer. Ihre Themen sind über die Zeiten hinweg aktuell. Dabei wurden einige ihrer Bücher kontrovers diskutiert. Ihre Bücher sind in viele Sprachen übersetzt worden und lösen immer wieder an den unterschiedlichsten Orten der Welt Debatten aus. Dabei geht es vornehmlich um erziehungspädagogische Ansätze. Allerdings spielen auch politische Einflüsse eine Rolle. Das Besondere an den Jugendbüchern Astrid Lindgrens ist die Ehrlichkeit ihrer Geschichten und ihrer Sprache. Auch schwierige Themen wie Krankheit und Tod werden bei ihr nicht ausgelassen. Astrid Lindgren selbst vertrat die Meinung, dass die jugendlichen Leser die Szenen ihrer Bücher altersgemäß aufnehmen und verarbeiten.

Lucy Maud Montgomery

Die kanadische Schriftstellerin Lucy Maud Montgomery (1874-1942) feierte gerade ihren Durchbruch mit der unvergesslichen Figur Anne von Green Gables als Astrid Lindgren geboren wurde. Ihr Werk war eine große Quelle der Inspiration für Astrid Lindgren. Die Welt auf der Prinz-Edward-Insel, die Montgomery beschreibt, gibt es in der Form zwar nicht mehr. Dennoch ziehen ihre Geschichten seit Generationen Leserinnen und Leser aller Altersklassen in ihren Bann. Ihre Texte sind immer wieder aufs Neue lesbar und begleiten die Leserinnen und Leser geradezu in ihrem Reifungsprozess. Die Figuren nehmen ihr Leben fest in die eigenen Hände. Dabei sind sie voller Fantasie, sodass das Leben mit seinen Höhen und Tiefen immer wie ein Zauber empfunden wird.

Cornelia Funke
Cornelia Funke ist eine zeitgenössische Jugendbuchautorin. Sie wurde 1958 in Nordrhein-Westfalen geboren. Auf die Frage, ob sie sich auch vorstellen könne, Bücher für Erwachsene zu schreiben, antwortet die Erfinderin der Tintenwelt-Trilogie, dass sie als Kinderbuchautorin automatisch auch für viele Erwachsene schreibe. Ihre Bücher sind voller Leben. Sie schafft damit ganze Welten mit eigenen Regeln. Ihre Romane stecken voller Fantasie und wurden bereits in 37 Sprachen übersetzt. Die gelernte Buchillustratorin kam durch Illustrationen fremder Texte zum Schreiben.

Joanne K. Rowling
Die 1965 geborene Joanne K. Rowling wurde mit ihren Romanen von Harry Potter zunächst im englischen Sprachraum berühmt. Der internationale Durchbruch ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Harry Potter ist schon jetzt ein Klassiker der Jugendliteratur. Die Bücher wurden in 65 Sprachen übersetzt. Man kann sie sogar auf Latein oder Altgriechisch lesen!

Wolfgang Herrndorf
Der Hamburger Autor Wolfgang Herrndorf ist wie Joanne K. Rowling 1965 geboren. Mit seinem Roman Tschick ist er für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2011 nominiert. In Tschick geht es um zwei vierzehnjährige Jungen. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Familien. Gemeinsam ist beiden, dass sie sich als Außenseiter fühlen. Ihre Reise zu sich selbst und durch das deutsche Hinterland in einem alten Lada wird von Wolfgang Herrndorf scharf beobachtet und geistreich geschildert. Wolfgang Herrndorf wurde 2008 bereits mit dem Deutschen Erzählerpreis ausgezeichnet.

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